Wie dieser Ratgeber entstanden ist: Die Prüfkriterien basieren auf unserer Erfahrung aus über 300 Webprojekten, wiederkehrenden Fragen in Kundengesprächen und der täglichen Arbeit mit realen Websites. Ich zeige dabei bewusst auch eigene E-WOLA-Referenzen – nicht nur als schöne Beispiele, sondern damit Sie nachvollziehen können, welches Problem hinter dem jeweiligen Projekt stand.
Ein schönes Portfolio beweist erstaunlich wenig
Wenn ich mir die Portfolio-Seite einer Webdesign-Agentur ansehe, interessieren mich die großen Hochglanz-Screenshots ehrlich gesagt am wenigsten.
Natürlich soll eine Website gut aussehen. Aber ein sauber gerendertes Browser-Mockup kann Ihnen nicht zeigen, ob die mobile Navigation funktioniert, ob ein Besucher nach zehn Sekunden versteht, was das Unternehmen anbietet, ob ein Formular sinnvoll aufgebaut ist oder ob der Kunde sechs Monate später selbst eine neue Referenz anlegen kann.
Ein Screenshot kann nicht langsam laden. Ein Screenshot kann kein kaputtes Menü haben. Und ein Screenshot verliert auch niemals eine Formularanfrage.
Als Webdesign Agentur in Augsburg haben wir inzwischen mehr als 300 Projekte umgesetzt. Dadurch habe ich gelernt, Referenzen nicht zuerst nach Farben, Animationen oder dem schönsten Hero-Bereich zu beurteilen. Meine erste Frage ist wesentlich unspektakulärer: Welches Problem sollte diese Website eigentlich lösen?
Erst wenn diese Frage klar ist, kann man beurteilen, ob das Ergebnis wirklich gut ist.
Die kurze Antwort: Wie erkennt man gute Webdesign-Referenzen?
Gute Webdesign-Referenzen zeigen mehr als attraktive Screenshots. Ich würde die echte Live-Website öffnen, sie auf dem Smartphone testen, die Informationsstruktur und Ladeerfahrung prüfen, den Weg zur Anfrage nachvollziehen und mir ansehen, ob die Lösung zur ursprünglichen Aufgabe des Unternehmens passt.
Außerdem würde ich nicht nur auf die Startseite schauen. Gute Arbeit zeigt sich häufig auf Leistungsseiten, Referenzdetails, Formularen, Suchstrukturen und an der Frage, ob die Website später sinnvoll weitergepflegt werden kann.
Meine wichtigste Regel: Beurteilen Sie eine Referenz nicht danach, ob Sie selbst dieselben Farben wählen würden. Beurteilen Sie, ob die Website für dieses Unternehmen die richtige Aufgabe löst.
Mein 5-Minuten-Check für eine Webdesign-Referenz
Wenn Sie drei Agenturen vergleichen, brauchen Sie nicht jede Referenz eine Stunde lang zu analysieren. Für den ersten Eindruck reichen fünf konzentrierte Minuten.
| Zeit | Was ich prüfe | Frage |
|---|---|---|
| Minute 0–1 | Ausgangssituation | Was sollte die Website für dieses Unternehmen lösen? |
| Minute 1–2 | Live-Website | Kann ich die echte Seite öffnen und sinnvoll navigieren? |
| Minute 2–3 | Smartphone | Funktioniert die Nutzerführung auch mobil? |
| Minute 3–4 | Angebot & CTA | Verstehe ich Leistung, Vertrauen und nächsten Schritt? |
| Minute 4–5 | Tiefe & Technik | Sind Unterseiten, Funktionen und Struktur ebenfalls durchdacht? |
Erst danach würde ich darüber diskutieren, ob mir der Farbton im Button gefällt.

1. Fragen Sie zuerst: Was war die Ausgangssituation?
Ohne Kontext ist ein Portfolio schnell unfair. Eine sehr reduzierte Website kann exakt die richtige Lösung sein. Eine riesige Website mit 40 Unterseiten kann dagegen unnötig kompliziert sein.
Deshalb schaue ich zuerst auf die Ausgangssituation. War das Unternehmen neu? Musste Vertrauen aufgebaut werden? Gibt es viele Leistungen? Soll die Website lokal gefunden werden? Muss der Kunde später selbst Inhalte ergänzen? Gibt es eine Funktion, die einen echten Teil des Verkaufsprozesses übernimmt?
Erst danach ergibt das Design Sinn.
Beispiel: Bei VIVA ALESSA war „schön“ nicht das eigentliche Ziel
Beim VIVA ALESSA Website-Projekt ging es um einen 2026 neu eröffneten Premium-Friseursalon in Königsbrunn. Das eigentliche Problem war nicht, einen hübschen Salon-Look zu erzeugen. Der neue Betrieb musste ohne etablierte Online-Reputation möglichst schnell persönlich und vertrauenswürdig wirken.
Deshalb haben wir die Inhaberin und das fünfköpfige Team sichtbar gemacht, zehn Standardpreise transparent aufgeführt und ein fünfstufiges Farb-Quiz integriert, das Interessenten vor dem echten Beratungsgespräch eine persönliche Empfehlung gibt.
Wenn Sie diese Referenz bewerten, würde ich also nicht fragen: „Gefällt mir der Stil?“ Ich würde fragen: „Verstehe ich, wer hinter dem Salon steht? Sehe ich Preise? Kann ich die Spezialgebiete erkennen? Fühlt sich der erste Kontakt niedrigschwellig an?“
Wenn die Antworten darauf ja sind, hat das Design eine Aufgabe erfüllt. Genau das ist für mich wichtiger als ein dekorativer Effekt.

2. Beurteilen Sie nicht nur das Design – prüfen Sie, ob das Problem gelöst wurde
Das klingt selbstverständlich, wird aber beim Portfolio-Vergleich schnell vergessen. Eine Website kann visuell beeindruckend und geschäftlich trotzdem schwach sein.
Ich würde bei jeder Referenz fünf einfache Fragen stellen:
- Verstehe ich innerhalb weniger Sekunden, was das Unternehmen anbietet?
- Erkenne ich, für wen die Leistung gedacht ist?
- Gibt es glaubwürdige Gründe, dem Unternehmen zu vertrauen?
- Ist der nächste Schritt für mich klar?
- Unterstützt das Design diese Antworten – oder lenkt es davon ab?
Conversion bedeutet dabei nicht, jede freie Fläche mit einem orangefarbenen Button zu füllen. Eine gute Conversion-Struktur reduziert Unsicherheit und macht den nächsten sinnvollen Schritt einfacher.
Manchmal ist dieser Schritt eine Anfrage. Manchmal eine Preisliste, ein Rechner, eine Referenz, ein Telefonat oder einfach das Verstehen einer komplexen Leistung.
3. Öffnen Sie die Live-Website – ein Screenshot kann nichts kaputt machen
Portfolio-Seiten sind kuratiert. Das ist völlig normal. Wir wählen für unsere Projekte natürlich ebenfalls Ansichten aus, die das Konzept schnell erklären.
Für eine echte Bewertung würde ich dort aber nicht aufhören. Öffnen Sie die Kundenwebsite.
Klicken Sie durch Navigation und Unterseiten. Testen Sie Buttons. Öffnen Sie Formulare. Schauen Sie, ob Inhalte logisch miteinander verknüpft sind. Und prüfen Sie, ob die Website nach dem hübschen ersten Bildschirm weiterhin dieselbe Qualität hält.
Bei unseren E-WOLA Referenzen verlinken wir die Live-Projekte, sofern sie öffentlich verfügbar sind. Genau so würde ich es bei jeder anderen Agentur erwarten, wenn die Referenz als Beleg für die Arbeit dienen soll.

4. Prüfen Sie die Referenz auf dem Smartphone – nicht nur im Desktop-Mockup
Eine der schnellsten Möglichkeiten, Unterschiede zwischen einer schönen Präsentation und sauberer Umsetzung zu sehen, ist das eigene Smartphone.
Responsive Design bedeutet für mich nicht: Die Desktop-Seite wurde so lange zusammengedrückt, bis nichts mehr über den rechten Rand läuft. Die mobile Version braucht eine eigene Hierarchie.
Ich würde auf folgende Punkte achten:
- Ist die Navigation mit einem Daumen verständlich bedienbar?
- Sind Überschriften und Fließtext angenehm lesbar?
- Sind Buttons groß genug und dort platziert, wo man sie erwartet?
- Werden Bilder sinnvoll zugeschnitten oder verschwinden wichtige Inhalte?
- Funktionieren Formulare ohne Zoomen und horizontales Scrollen?
- Ist der Kontakt schnell erreichbar?
- Bleiben Abstände und visuelle Prioritäten klar?
Bei DS Audio haben wir Mobile-First-Darstellung und eine mitlaufende Navigation bewusst als Teil des Projekts umgesetzt. Gerade bei einem Betrieb, den Interessenten unterwegs oder direkt aus Google öffnen, wäre eine schöne Desktop-Seite allein zu wenig.

5. Schöne Animationen sind nett – aber wie fühlt sich die Website wirklich an?
Ich mag gute Animationen. Sie können Hierarchie erklären, Aufmerksamkeit führen und einer Marke Charakter geben. Aber sie sind kein Qualitätsbeweis, wenn die Website dafür träge wird oder wichtige Inhalte verzögert.
Ich würde deshalb weniger auf eine einzelne Performance-Zahl starren und stärker auf die tatsächliche Erfahrung achten: Ist die Seite schnell benutzbar? Springt der Inhalt beim Laden? Blockiert eine Animation den ersten Klick? Werden riesige Bilder geladen, obwohl sie nur klein dargestellt werden?
Ein 100er Score macht eine unverständliche Website nicht automatisch gut. Gleichzeitig würde ich bei einer kleinen Unternehmensseite nachfragen, wenn der Besucher mehrere Sekunden auf eine dekorative Inszenierung warten muss, bevor er überhaupt die Leistung sieht.
Wolfis Praxis-Tipp: Performance-Tools sind Diagnosewerkzeuge, keine Schönheitswettbewerbe. Prüfen Sie die Zahl – aber vor allem, ob die Seite auf einem normalen Smartphone angenehm nutzbar ist.
6. Finden Sie in zehn Sekunden heraus, was das Unternehmen verkauft?
Ich mache bei Websites gern einen sehr einfachen Test: Zehn Sekunden anschauen, dann wegsehen.
Kann ich danach beantworten: Wer ist das? Was bieten sie an? Für wen ist es gedacht? Und was soll ich als Nächstes tun?
Wenn ich nach zehn Sekunden nur weiß, dass das Unternehmen „Innovation neu denkt“, aber immer noch nicht verstanden habe, ob es Software, Solaranlagen oder Unternehmensberatung verkauft, hat die Website für mich ihr wichtigstes Kommunikationsproblem noch nicht gelöst.
Gutes Webdesign übersetzt ein Unternehmen. Es versteckt es nicht hinter Design-Sprache.
7. Schauen Sie tiefer als die Startseite
Die Startseite bekommt in einem Portfolio fast immer die meiste Aufmerksamkeit. Die Qualität eines größeren Projekts zeigt sich aber oft auf Seite drei, sieben oder zwanzig.
Wie sehen Leistungsseiten aus? Gibt es eine sinnvolle Referenzstruktur? Sind Kontakt- und Formularseiten genauso sorgfältig? Werden wiederkehrende Inhalte konsistent dargestellt? Und kann man von einer Unterseite logisch zur nächsten relevanten Information gelangen?
Beispiel: DS Audio ist nicht nur eine Startseite
Das DS Audio Website-Projekt ist dafür ein gutes Beispiel. Hinter der Homepage stehen sieben eigenständige Leistungsseiten und 38 Fahrzeug-Referenzen mit jeweils eigener Detailseite.
Der interessante Teil ist für mich nicht die Zahl 38 an sich. Die Referenzen mussten als eigener Bereich strukturiert werden, damit reale Fahrzeugprojekte auffindbar bleiben und DS Audio später selbst neue Arbeiten ergänzen kann.
Dazu kommt eine interaktive Firmen-Timeline und eine klare Verbindung von Informationsseiten zur Beratung. Wenn Sie also dieses Projekt prüfen, schauen Sie bitte nicht nur auf den ersten Screen. Öffnen Sie eine Leistung, eine Fahrzeugreferenz und die mobile Navigation.
Wenn eine Agentur nur starke Startseiten kann, entdecken Sie das meistens spätestens auf der dritten Unterseite.

8. Kann die Website wachsen – oder ist sie nur für den Launch gebaut?
Eine Qualität, die in einem Screenshot praktisch unsichtbar bleibt, ist Wartbarkeit.
Kann der Kunde später eine neue Leistung hinzufügen? Neue Teammitglieder? Referenzen? Blogartikel? Produkte? Oder muss für jede kleine Erweiterung die halbe Seite neu gebaut werden?
Bei DS Audio war uns beispielsweise wichtig, dass die Fahrzeug-Referenzsammlung vom Team selbst erweitert werden kann. Das ist im Portfolio weniger spektakulär als eine Animation – nach dem Launch aber deutlich wertvoller.
Eine gute Referenz zeigt deshalb im Idealfall nicht nur, wie die Website am Tag des Launches aussah. Sie lässt erkennen, ob sie für das reale Unternehmen als System weiterleben kann.
9. Prüfen Sie Funktionen auf ihren Zweck – nicht auf ihren Wow-Effekt
Custom-Funktionen sehen im Portfolio schnell beeindruckend aus. Ich würde trotzdem zuerst fragen: Warum gibt es diese Funktion?
Beispiel: Elektrotechnik Westfal und der Photovoltaik-Sparrechner
Bei Elektrotechnik Westfal haben wir einen interaktiven Photovoltaik-Sparrechner integriert. Nutzer können unter anderem Verbrauch, Strompreis, Anlagengröße und Speicher-Option einstellen und erhalten daraus eine konkrete Orientierung zur möglichen Ersparnis und Amortisation.
Für mich ist das interessanter als eine Funktion, die nur technisch beeindruckend aussieht. Der Rechner beantwortet eine echte Frage, die potenzielle Kunden vor der Anfrage haben: Kann sich Photovoltaik für mich überhaupt rechnen?
Zusätzlich zeigt die Website Qualifikationsnachweise, einen vierstufigen Ablauf mit Festpreis-Zusage und ein Anfrageformular mit 24-Stunden-Versprechen. Die einzelnen Elemente haben also Rollen im Vertrauens- und Entscheidungsprozess.
Wir hätten natürlich auch einen animierten 3D-Solarplaneten über die Seite drehen lassen können. Wäre auffällig gewesen. Für die Kaufentscheidung eher weniger.

10. Suchen Sie nach echten Vertrauenssignalen – passend zum jeweiligen Geschäft
Vertrauen sieht in verschiedenen Branchen unterschiedlich aus. Ein Handwerksbetrieb braucht andere Beweise als ein Premium-Salon oder ein Folierungsbetrieb.
Bei VIVA ALESSA sind Team, persönliche Geschichte und transparente Preise wichtig. Bei Elektrotechnik Westfal spielen Qualifikationsnachweise und ein klarer Ablauf eine größere Rolle.
Bei Okeküchenmöbelfolieren sind reale Vorher-Nachher-Verwandlungen, drei transparente Preispakete und ein Anfrageformular mit Foto-Upload besonders sinnvoll. Ein Interessent möchte schließlich sehen, wie Küchen vor und nach der Folierung aussehen und möglichst schnell einschätzen, welches Paket passen könnte.
Genau deshalb würde ich eine Referenz nicht danach bewerten, ob sie möglichst viele Trust-Elemente enthält. Ich würde prüfen, ob die richtigen Beweise für diese konkrete Kaufentscheidung vorhanden sind.
11. Ist die Website auch für Google verständlich aufgebaut?
Eine Website kann für Menschen hübsch aussehen und Suchmaschinen trotzdem kaum helfen zu verstehen, welche Leistungen wirklich wichtig sind.
Ich würde bei einer Referenz deshalb grob prüfen, ob zentrale Leistungen eigene, nachvollziehbare Seiten haben, ob Überschriften beschreiben, worum es geht, ob Inhalte intern sinnvoll verlinkt sind und ob der wichtige Content als normal zugänglicher Seiteninhalt vorhanden ist.
Bei DS Audio sind beispielsweise sieben Leistungen als eigenständige Seiten aufgebaut. Bei Okeküchenmöbelfolieren gibt es separate Landingpages für die beiden zentralen Themen „Küche folieren“ und „Möbel folieren“.
Das bedeutet nicht, dass jede einzelne Leistung zwangsläufig eine eigene URL braucht. Die Architektur sollte zur Suchintention und zum tatsächlichen Informationsbedarf passen.
Wenn Sie gerade nicht nur Referenzen, sondern die Agentur als Ganzes beurteilen möchten, lesen Sie anschließend auch „Webdesigner in Augsburg finden: 12 Kriterien“. Dort geht es zusätzlich um Angebote, Eigentum, Kommunikation, Revisionen und Support – Dinge, die ein Portfolio allein kaum zeigen kann.
12. Sehen alle Projekte derselben Agentur verdächtig ähnlich aus?
Konsistenz ist nichts Schlechtes. Ein gutes Team entwickelt Prozesse, Komponenten und Qualitätsstandards, die sich natürlich wiederholen.
Etwas anderes ist es, wenn jedes Projekt praktisch dieselbe Website mit anderen Farben und einem neuen Logo ist: gleicher Hero, gleicher Seitenaufbau, gleiche Animationen, gleiche CTA-Abfolge – unabhängig davon, ob es sich um einen Salon, einen Handwerker oder einen Fahrzeug-Spezialisten handelt.
Ich würde deshalb nicht fragen, ob jedes Projekt komplett anders aussieht. Ich würde fragen, ob man erkennt, dass die Entscheidungen aus dem jeweiligen Unternehmen entstanden sind.
VIVA ALESSA braucht Persönlichkeit und Preisvertrauen. DS Audio braucht Referenztiefe. Westfal braucht technische Kompetenz und Entscheidungsunterstützung. Okeküchenmöbelfolieren braucht visuelle Beweise und eine einfache Angebotsanfrage. Genau diese Unterschiede sollten in einem guten Portfolio sichtbar werden.
Vier E-WOLA-Referenzen – vier unterschiedliche Aufgaben
Ich zeige unsere Referenzen hier bewusst nicht, um viermal „schönes Design“ zu sagen. Interessanter ist, dass jedes Projekt eine andere Aufgabe lösen musste.
| Projekt | Ausgangsproblem | Was ich bei der Referenz prüfen würde |
|---|---|---|
| VIVA ALESSA | Neuer Premium-Salon ohne etablierte Online-Reputation | Team, Preise, Spezialgebiete, Farb-Quiz, Beratungsweg |
| DS Audio | Viele Leistungen und über Jahre gewachsene Fahrzeugprojekte | 7 Leistungsseiten, 38 Referenzen, Navigation, Pflegefähigkeit |
| Elektrotechnik Westfal | Technische Leistungen verständlich + Vertrauen vor Anfrage | PV-Rechner, Qualifikationen, Ablauf, 24h-Anfrageweg |
| Okeküchenmöbelfolieren | Ergebnis und Preisrahmen vor Vor-Ort-Termin sichtbar machen | Vorher/Nachher, 3 Preispakete, Foto-Upload, Landingpages |

Was ein Portfolio NICHT zuverlässig verrät
Ein gutes Portfolio ist ein starkes Signal. Aber es kann einige Dinge fast gar nicht beweisen.
- Wie zuverlässig die Agentur Termine hält.
- Wie schnell und verständlich sie kommuniziert.
- Wie transparent zusätzliche Kosten behandelt werden.
- Wie Feedback und Revisionen organisiert sind.
- Wem Domain und Zugänge am Ende gehören.
- Wie gut die Übergabe funktioniert.
- Ob Support nach dem Launch erreichbar ist.
Dafür brauchen Sie Gespräche, Angebote, Vertragsdetails und Kundenfeedback.
Genau diese Punkte behandeln wir ausführlicher im Ratgeber „Webdesigner in Augsburg richtig auswählen“. Portfolioqualität ist ein Teil der Auswahl – nicht die gesamte Auswahl.
Ist es problematisch, wenn eine Agentur noch keine Referenz aus meiner Branche hat?
Nicht automatisch. Ich würde Branchenkenntnis als Vorteil sehen, aber nicht als Pflichtbedingung.
Wichtiger ist für mich, ob das Team ein vergleichbares Geschäftsproblem bereits gelöst hat. Vertrauen für einen lokalen Dienstleister aufzubauen, viele Projekte sauber zu strukturieren oder einen komplizierten Kaufprozess verständlich zu machen, lässt sich häufig zwischen Branchen übertragen.
Wenn Sie allerdings besondere regulatorische, technische oder branchenspezifische Anforderungen haben, sollte der Anbieter zeigen können, dass er diese versteht oder sich sauber einarbeitet.
Eine Agentur, die Ihre Branche noch nie betreut hat, kann hervorragend passen. Eine Agentur, die zwanzig Projekte Ihrer Branche zeigt, kann trotzdem ungeeignet sein, wenn alle zwanzig nach demselben Template gebaut wurden.
6 Dinge, bei denen ich bei einem Portfolio genauer hinschauen würde
Keiner der folgenden Punkte bedeutet automatisch, dass eine Agentur schlecht ist. Für mich wäre jeder davon aber ein Grund, eine zusätzliche Frage zu stellen.
- Es werden fast ausschließlich Mockups gezeigt, aber kaum echte Live-Websites verlinkt.
- Alle Projekte sehen trotz völlig unterschiedlicher Unternehmen nahezu gleich aus.
- Es fehlt jede Erklärung zur Ausgangssituation oder zum eigentlichen Ziel des Projekts.
- Die Agentur zeigt nur Startseiten – keine Unterseiten, Formulare, Funktionen oder Content-Strukturen.
- Behauptungen wie „SEO-optimiert“ oder „conversionstark“ werden verwendet, ohne zu erklären, was konkret umgesetzt wurde.
- Die öffentlich erreichbare Live-Website wirkt technisch oder inhaltlich deutlich schwächer als die Portfolio-Darstellung – ohne dass klar ist, ob der Kunde sie später verändert hat.
Beim letzten Punkt ist Fairness wichtig: Agenturen kontrollieren eine Kundenwebsite nach der Übergabe nicht für immer. Kunden können später Inhalte ändern, Plugins installieren oder ganze Bereiche umbauen. Wenn die Live-Seite vom Portfolio abweicht, würde ich deshalb fragen, statt sofort zu urteilen.
Mein Portfolio-Check für drei Webdesign-Agenturen
Wenn Sie eine Shortlist haben, können Sie drei Anbieter mit dieser einfachen Matrix vergleichen. Ich würde bewusst keine Punktzahl vergeben. Für ein Projekt kann Mobile besonders wichtig sein, für ein anderes die Pflegefähigkeit oder eine spezielle Funktion.
| Prüfkriterium | Agentur A | Agentur B | Agentur C |
|---|---|---|---|
| Echte Live-Websites vorhanden | □ | □ | □ |
| Ausgangsproblem wird erklärt | □ | □ | □ |
| Lösung passt zum Unternehmen | □ | □ | □ |
| Mobile Nutzung überzeugt | □ | □ | □ |
| Seite fühlt sich performant an | □ | □ | □ |
| Angebot / Leistung schnell verständlich | □ | □ | □ |
| Klare Conversion-Wege | □ | □ | □ |
| Unterseiten ebenfalls hochwertig | □ | □ | □ |
| SEO-/Informationsarchitektur plausibel | □ | □ | □ |
| Funktionen haben erkennbaren Zweck | □ | □ | □ |
| Website wirkt erweiterbar / pflegbar | □ | □ | □ |
| Projekte unterscheiden sich sinnvoll | □ | □ | □ |
Wie viele Referenzen braucht eine gute Webdesign-Agentur?
Mehr ist hilfreich, aber die reine Zahl entscheidet wenig. Ich würde lieber fünf sauber erklärte, überprüfbare Projekte sehen als fünfzig hübsche Thumbnails ohne Kontext.
Ein größeres Portfolio zeigt natürlich Erfahrung und Bandbreite. Entscheidend ist aber, ob Sie genügend Beispiele finden, um Arbeitsweise, technische Qualität und unterschiedliche Problemtypen beurteilen zu können.
Bei einem sehr jungen Freelancer kann auch eine kleine Zahl guter Referenzen völlig legitim sein. Dann würde ich umso genauer auf die Live-Qualität, den Prozess und die konkrete Projektpassung schauen.
Webdesign-Beispiele vergleichen: Preis und Projektumfang nicht vergessen
Ein weiterer häufiger Fehler ist, zwei Websites visuell miteinander zu vergleichen, obwohl ihr Umfang völlig unterschiedlich war.
Ein 800-Euro-Onepager kann für seinen Scope hervorragend sein. Eine 2.500-Euro-Unternehmenswebsite kann deutlich mehr Seitentypen, SEO-Struktur, Funktionen und Content-Arbeit enthalten. Das eine ist nicht automatisch besser, nur weil es größer ist.
Wenn Sie diese Unterschiede besser einordnen möchten, finden Sie in „Webdesign-Kosten in Augsburg 2026“ unsere typischen Budgetklassen und die Faktoren, die den Projektumfang verändern.
Und falls Sie noch einen Schritt früher in der Entscheidung stehen – also überlegen, ob überhaupt Agentur, Freelancer oder Website-Baukasten sinnvoll ist – haben wir dafür einen separaten Vergleich erstellt.
Mein Fazit: Ein Portfolio ist kein Bilderbuch – es ist Beweismaterial
Wenn Sie nur einen Gedanken aus diesem Ratgeber mitnehmen, dann diesen: Eine Referenz ist nicht gut, weil sie auf Behance oder in einem Browser-Mockup beeindruckend aussieht.
Sie ist gut, wenn man nachvollziehen kann, welches Problem das Unternehmen hatte, welche Entscheidungen daraus entstanden sind und ob die fertige Website diese Aufgabe in der Realität erfüllt.
Öffnen Sie die Live-Seite. Testen Sie sie am Handy. Klicken Sie auf die dritte Unterseite. Benutzen Sie den Rechner. Füllen Sie nicht unbedingt das Formular ab – aber schauen Sie, ob Sie wüssten, was als Nächstes passiert.
Und ganz wichtig: Prüfen Sie unsere Referenzen genauso. Ein Artikel über Portfolioqualität wäre ziemlich unglaubwürdig, wenn wir Sie anschließend bitten würden, unseren Screenshots einfach zu vertrauen.

